BaFin warnt vor betrügerischen internationalen Online-Handelsplattformen

04/12/2018

Florian Protschka

administrator

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), das BKA und einige LKAs haben vor betrügerischen internationalen Online-Handelsplattformen gewarnt. Diese würden Produkte wie Binäre Optionen, CFDs oder auch den Handel mit Aktien und Kryptowährungen anbieten. Die Käufer würden ihr investiertes Geld jedoch komplett verlieren, da dieses nie in Anlagen investiert wird, sondern auf Konten ins Ausland transferiert würde, so die BaFin.

Doch selbst, wenn es sich nicht um betrügerische Machenschaften handelt, bergen CFDs und Binäre Optionen ein großes Risiko.

Bei CFD (contract for difference), zu Deutsch „Differenzkontrakte“, erwirbt der Käufer, anders als bei Aktien, keine Anteile an einem Unternehmen, sondern nur eine Forderung. Gewinn wird ausschließlich aus den Kursdifferenzen erwirtschaftet. Der Käufer kann dabei auf „Long“ oder „Short“ gehen, was bedeutet:

– Long: Der Käufer erzielt den Gewinn durch eine Wertsteigerung der Anlage.
– Short: Der Käufer erzielt den Gewinn durch einen Wertverlust der Anlage.

Häufig sind CFDs gehebelte Geschäfte, was bedeutet dass schnell hohe Verluste entstehen können und Käufer gezwungen sind, zu ihrem eigentlichen Investment noch Kapital nachzuschießen, was am Ende die Verlust noch einmal extrem erhöht.

Bei einem „Long“ erwirbt der Käufer das Recht auf die Anlage zum derzeitigen Wert und hinterlegt eine Sicherheit. Zu einem festgelegten Termin verkauft der Käufer die Anlage an den Anbieter. Aus der Differenz aus dem Kurs zum Vertragsbeginn (Erwerbszeitpunkt) und dem Kurs am Vertragsende wird der Gewinn erwirtschaftet. Hat sich der Kurs in der Zwischenzeit jedoch negativ entwickelt, wird ein Verlust erwirtschaftet.

Binäre Optionen sind eine Anlageform, bei der ein Ereignis klar definiert wird. An einem festgelegten Termin muss der Kurs entweder:

1. Eine Kursschwelle wird überschritten (Call) oder unterschritten (Put), das Ereignis heisst Knock-Out
2. Die Kursschwelle wird berührt oder überschritten (Call) oder unterschritten (Put), das Ereignis heisst Knock-In
3. Der Kurs notiert zwischen zwei Kursschwellen (Range), das Ereignis heisst Knock-Out

Dabei wird die Kursschwelle vorher definiert. Tritt das Ereignis ein, wird Gewinn erzielt, tritt es nicht ein, führt es zu einem Totalverlust. Zum Beispiel wird das Ereignis Knock-Out gewählt, also dass an einem festgelegten Zeitpunkt der Kurs  über der Kursschwelle (Call) liegt – tritt dies ein, wird Gewinn erzielt, liegt der Kurs auf oder unter der Kursschwelle kommt es zum Totalverlust.

Basiswerte beider Geschäfte können Aktien, Rohstoffe oder Währungen sein.

Hier finden Sie den aktuellen Warnhinweis: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2018/meldung_181204_warnung_bafin_bka.html